Google Ads Conversion-Label fehlt? Ursache & Lösung
Eigentlich klingt die Aufgabe einfach: In Google Ads eine neue Conversion-Aktion anlegen, im Google Tag Manager ein Google-Ads-Conversion-Tag einrichten und dort Conversion-ID sowie Conversion-Label eintragen.
In der Praxis sieht es manchmal anders aus. Google Ads zeigt beim Erstellen der Conversion-Aktion nur noch Google-Analytics-Ereignisse an. Die Website lässt sich nicht wie erwartet als Google-Ads-Quelle nutzen. Die Option für den Google Tag Manager fehlt. Und das entscheidende Conversion-Label taucht nirgendwo auf.
Das Problem: Google Ads zeigt nur GA4-Ereignisse
Der typische Ablauf sieht zunächst eindeutig aus: Sie klicken in Google Ads auf Conversion-Aktion erstellen. Danach wählen Sie eine Website-Conversion, zum Beispiel einen Klick auf einen externen Link. Anschließend erwarten Sie die klassische Einrichtung über das Google-Tag oder den Google Tag Manager.
Stattdessen zeigt Google Ads nur eine Datenquelle wie diese an:
example.de / GA4-Property-ID
Danach erscheinen vorhandene GA4-Ereignisse wie:
page_viewclickfile_downloadscrolluser_engagement
Was fehlt: die Möglichkeit, eine native Google-Ads-Conversion mit eigenem Conversion-Label anzulegen. Das ist besonders verwirrend, wenn das Google-Ads-Tag technisch bereits auf der Website eingebunden ist und in der Tag-Abdeckung sogar als "erkannt" erscheint.
Wichtig: Google-Tag-ID ist nicht gleich Conversion-Label
An dieser Stelle entsteht häufig ein Missverständnis.
Die Google-Ads-Tag-ID sieht zum Beispiel so aus:
AW-123456789
Diese ID gehört zum Google-Ads-Konto beziehungsweise zum Google-Tag.
Das Conversion-Label ist etwas anderes. Es gehört zu einer konkreten Conversion-Aktion, zum Beispiel zu:
- Kontaktformular gesendet
- Kauf abgeschlossen
- Newsletter-Anmeldung
- Klick auf Amazon-Link
- Klick auf Telefonnummer
Beide Werte werden normalerweise in Google Ads unter der Tag-Einrichtung für den Google Tag Manager angezeigt. Wenn dieser Schritt gar nicht erscheint, fehlt folglich auch das Conversion-Label.
Warum das Conversion-Label fehlt
Das Conversion-Label fehlt, wenn Sie gar nicht im nativen Google-Ads-Conversion-Workflow landen.
Wenn Google Ads stattdessen eine verknüpfte GA4-Property als Datenquelle nutzt, erstellen oder importieren Sie eine Conversion aus einem Google-Analytics-Ereignis. Das kann technisch funktionieren, ist aber ein anderer Messweg.
In diesem Fall gibt es kein klassisches Google-Ads-Conversion-Tag mit Conversion-ID und Conversion-Label für den Google Tag Manager. Stattdessen arbeiten Sie mit einem GA4-Event, das anschließend als Conversion in Google Ads verwendet wird.
Für manche Setups ist dieser Weg völlig in Ordnung. Für andere Setups ist der native Google-Ads-Weg sauberer, vor allem wenn ein bestimmtes Google-Ads-Conversion-Tag direkt im Google Tag Manager ausgelöst werden soll.
Beispiel: Klick auf einen externen Amazon-Link messen
Ein klassischer Fall ist der Klick auf einen externen Shop-Link, etwa zu Amazon.
Das Ziel ist nicht, den Kauf auf Amazon zu messen. Das ist über die eigene Website nicht möglich. Gemessen wird nur der Klick auf den Link, der von der eigenen Website zu Amazon führt.
Im Google Tag Manager sieht ein sauberes Setup typischerweise so aus:
- Trigger: Klick auf Link
- Bedingung: Click URL enthält
amazon.de - zusätzliche Bedingung: Click URL enthält Produktkennung oder ASIN
- Tag: Google Ads Conversion Tracking
- Felder: Conversion-ID und Conversion-Label
Genau das Conversion-Label fehlt jedoch, wenn Google Ads nur den GA4-Weg anbietet.
Der entscheidende Workaround: GA4-Verknüpfung lösen
In dem hier beschriebenen Fall brachte erst ein klarer Schnitt die Lösung:
- Die Verknüpfung zwischen Google Analytics 4 und Google Ads wurde vollständig aufgehoben. (Geht direkt in Google Ads.)
- Bereits angelegte GA4-basierte Zielvorhaben beziehungsweise Conversion-Aktionen wurden entfernt.
- Danach wurde die Google-Ads-Conversion-Aktion neu erstellt.
- Erst jetzt erschien wieder der native Weg zur Einrichtung einer eigenen Google-Ads-Conversion.
- Anschließend stand auch das gesuchte Conversion-Label zur Verfügung.
Dieser Ablauf ist nicht besonders elegant. Er erklärt aber, warum das Problem so hartnäckig wirkt: Die bestehende GA4-Verknüpfung lenkt den Google-Ads-Assistenten in den Analytics-Workflow. Dadurch entsteht keine native Google-Ads-Conversion-Aktion mit eigenem Conversion-Label.
Warum das Löschen alter GA4-Zielvorhaben wichtig sein kann
Das reine Lösen der GA4-Verknüpfung reicht (leider) nicht immer aus.
Wenn bereits Conversion-Aktionen auf Basis von GA4-Ereignissen existieren, bleibt Google Ads unter Umständen weiterhin in einer GA4-Logik. Deshalb kann es nötig sein, auch die entsprechenden GA4-basierten Zielvorhaben beziehungsweise Conversion-Aktionen in Google Ads zu löschen.
Erst danach entsteht beim erneuten Anlegen der Conversion-Aktion wirklich ein neuer, nativer Google-Ads-Workflow.
Das ist vor allem dann relevant, wenn ein Event vorher bereits als GA4-Conversion importiert wurde. In diesem Fall arbeitet Google Ads nicht mit einem Google-Ads-Conversion-Label, sondern mit dem importierten Analytics-Ereignis.
Was vorher geprüft werden sollte
Bevor Sie die GA4-Verknüpfung lösen, dokumentieren Sie den aktuellen Zustand. Denn die Verknüpfung zwischen GA4 und Google Ads dient nicht nur dem Conversion-Import. Sie kann auch Zielgruppen, Messwerte und weitere Daten zwischen beiden Systemen bereitstellen.
Prüfen Sie deshalb vorab:
- Welche GA4-Property ist mit Google Ads verknüpft?
- Werden GA4-Zielgruppen in Google Ads genutzt?
- Werden GA4-Conversions bereits für Gebotsstrategien verwendet?
- Welche Conversion-Aktionen sind primär und welche sekundär?
- Sind Kampagnen auf GA4-basierte Zielvorhaben optimiert?
Wichtig ist: Trennen Sie die Verknüpfung nicht blind. Erst prüfen, dokumentieren, dann lösen.
Native Google-Ads-Conversion oder GA4-Import?
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, welches Tracking-Ziel verfolgt wird.
GA4-Import
Der GA4-Import ist sinnvoll, wenn ein Event bereits sauber in Google Analytics 4 erfasst wird und auch in Google Ads als Conversion dienen soll.
Ein Beispiel:
amazon_click_produkt-1
Dieses Event kann im Google Tag Manager als GA4-Event gesendet und danach in Google Ads als Conversion verwendet werden. Dafür braucht es kein Google-Ads-Conversion-Label.
Native Google-Ads-Conversion
Die native Google-Ads-Conversion ist sinnvoll, wenn direkt ein Google-Ads-Conversion-Tag im Google Tag Manager ausgelöst werden und alle anderen Kontaktpunkte (wie z.B. Anzeigen bei Facebook) ignoriert werden sollen.
Dafür braucht es:
- Google-Ads-Conversion-ID
- Google-Ads-Conversion-Label
- Google-Ads-Conversion-Tracking-Tag im Google Tag Manager
- passenden Trigger
Die Lösung in Kurzform
Wenn Google Ads kein Conversion-Label ausgibt, obwohl das Google-Ads-Tag eingebunden ist, hilft dieser Ablauf:
- Prüfen, ob Google Ads nur GA4 als Datenquelle anbietet.
- Bestehende GA4-Import-Conversions und Zielvorhaben dokumentieren.
- GA4-Verknüpfung in Google Ads lösen.
- GA4-basierte Conversion-Aktionen löschen, sofern sie für das Setup nicht benötigt werden.
- Google Ads neu laden.
- Conversion-Aktion neu erstellen.
- Native Google-Ads-Conversion einrichten.
- Conversion-ID und Conversion-Label aus der Tag-Einrichtung übernehmen.
- Google-Ads-Conversion-Tag im Google Tag Manager anlegen.
- Trigger setzen, testen und Container veröffentlichen.
- GA4 bei Bedarf wieder mit Google Ads verknüpfen.
Fazit
Wenn in Google Ads das Conversion-Label fehlt, liegt das nicht automatisch an einem falsch eingebauten Google-Tag. Häufig liegt es am Setup-Weg.
Sobald Google Ads eine verknüpfte GA4-Property als primäre Datenquelle nutzt, führt der Assistent schnell in den Analytics-Import. Dann entsteht keine native Google-Ads-Conversion-Aktion mit eigenem Conversion-Label.
Die Lösung kann darin bestehen, die GA4-Verknüpfung temporär zu lösen und bestehende GA4-basierte Zielvorhaben zu entfernen. Danach lässt sich die Conversion-Aktion neu und direkt für Google Ads anlegen. Erst dann erscheinen Conversion-ID und Conversion-Label für den Einsatz im Google Tag Manager.
Kurz gesagt: Nicht jedes fehlende Conversion-Label ist ein GTM-Problem. Manchmal ist es schlicht der falsche Google-Ads-Workflow.